Grosses Geldverdienen mit Cupfinal-Tickets – 5000 Plätze bleiben aber leer
Die Ticketpreise für das Schweizer Cupfinal explodieren auf Online-Verkaufsplatt-formen. Illegal ist das aber nicht.
Auf Ricardo werden Cupfinal-Tickets mit bis zu 850 Franken gehandelt.
Die Ticketpreise für das Schweizer Cupfinal explodieren auf Online-Verkaufsplatt-formen. Illegal ist das aber nicht.
Wucherpreise Der FC St. Gallen spielt am Sonntag im Cupfinal gegen Stade Lausanne-Ouchy im Berner Wankdorf.
Am vergangenen Samstag fand der Ticketvorverkauf im Kybunpark statt. Stundenlang standen die eingefleischten Fans mit Saisonabonnement in den Reihen, um eines der begehrten Finaltickets zu ergattern. Jene ohne Saisonabonnement haben lediglich noch die Chance auf einer Online-Plattform wie Ricardo oder Tutti an ein Ticket zu kommen.
Sollte ein Fan diese Möglichkeit in Betracht gezogen haben, der wurde mit grosser Wahrscheinlichkeit jäh enttäuscht. Denn: Wiederverkäufer verlangen bis zu 850 Franken für zwei Tickets am Cupfinal in Bern. Wucherpreise, wenn man bedenkt, dass die vom Schweizerischen Fussballverband festgelegten Ticketpreise bei 63 Franken anfangen – je nach Sitzplatz. Auch im St. Galler Forum werden die extremen Ticketpreise rege diskutiert. So schreibt einer: «Sagt ja niemand, dass grundsätzlich ein Weiterverkauf untersagt werden soll. Es würde sich kaum jemand aufregen, wenn ein Ticket 20 Franken mehr kostet. Aber das was jetzt abgeht nennt sich Wucher!»
In den allgemeinen Geschäftsbe-dingungen des FC St. Gallen ist festgehalten, dass jeglicher kommerzielle Weiterverkauf – insbesondere über Internetauktionen – von er-worbenen Tickets ohne Zustimmung des Fussballvereins untersagt ist. Ein Weiterverkauf von Tickets ist in der Schweiz jedoch nicht verboten.
Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO schreibt dazu auf ihrer Website: «Der Weiterverkauf von Tickets für Konzerte, Sportveranstaltungen oder kulturelle Anlässe ist in der Schweiz legal (auch zu höheren Preisen), und es kann durchaus vorkommen, dass Ticketverkaufsplattformen, die nicht Partner der betreffenden Veranstaltung sind, bei den Suchergebnissen einer Suchmaschine wie Google oder Bing zuoberst angezeigt werden.» Ein Verbot kann rechtlich also nicht durchgesetzt werden.
Gegenüber dem «Tagblatt» sagt der Mediensprecher des FC St. Gallen, Remo Blumenthal, dass der Verein mit dem Schweizerischen Fussballverband und Ricardo in Kontakt stehe und prüfe, wie solche Auktionen verhindert werden können.
Das Absurde dabei: beim Cupfinal im Wankdorf werden 5000 Plätzeleer bleiben. Der Grund: die Lausanner wurden ihre Tickets nicht los. Nicht einmal das Verschenken an Kinder und Jugendliche konnte das Kontingent an Tickets, welches den Lausanner zusteht, aufbrauchen. Doch warum werden dann die Tickets nicht an die Öffentlichkeit beziehungsweise an St. Galler-Fans übergeben? Aus Sicherheitsgründen, wie der «Blick» schreibt. «Die Tickets im Sektor D, die aus Sicherheitsgründen ausschliesslich für die Fans von Stade-Lausanne-Ouchy vorgesehen sind, gehen nicht in den öffentlichen Verkauf», teilt der Schweizerische Fussballverband dem «Blick» mit.
Es ist eine Nachricht, die den vielen St. Galler Fans, die sich kein Ticket ergattern konnten, nicht gefallen wird.
Von Marino Walser
Lade Fotos..