Heilpädagogische Institutionen wollen Qualitätsabbau verhindern
Die Gemeinnützige und Hilfsgesellschaft der Stadt St. Gallen (GHG) muss strukturelle Unterfinanzierungen beseitigen, um das breite Angebot nicht zu gefährden.
GHG-Präsident Heinz Loretini (links) und Ramon Beerli, Vorsitzender der Geschäftsleitung ad interim. Bild: we
Die Gemeinnützige und Hilfsgesellschaft der Stadt St. Gallen (GHG) muss strukturelle Unterfinanzierungen beseitigen, um das breite Angebot nicht zu gefährden.
Finanzdruck GHG-Präsident Heinz Loretini steht vor grossen Herausforderungen, um die acht Institutionen, in denen 927 Mitarbeitende 2676 Klientinnen und Klienten betreuen, mit genügend Mitteln zu versorgen. Besonders dringend sind die Anpassungen der Tarife für die Kinder-Physiotherapie. Im Bereich Behinderung bereiten die Sparmassnahmen des Kantons mit der Senkung der EL-Pauschale Sorgen. Bei der enorm gefragten Gerontopsychiatrie im GHG Rosenberg führen die Senkung der Beiträge in der spezialisierten Langzeitpflege und das Ausbleiben einer Anhebung der EL-Pauschale zu einer Unterfinanzierung. Kurzfristig muss hier eine Preiserhöhung zulasten der Bewohnerinnen und Bewohner vorgenommen werden, wobei auf Kosten-
beiträge der Gemeinden gehofft wird. Dabei betont Loretini: «Die kostendeckende Finanzierung der spezialisierten Langzeitpflege wäre für Steuerzahlende günstiger als Alternativen.»
Präsident kämpft um die Zukunft
Die Qualität soll nicht leiden, weshalb Effizienzsteigerungen und Querfinanzierungen vorgenommen werden, doch sind diese Möglichkeiten beschränkt. Geprüft wird auch die Reduktion der Anzahl angebotener Plätze, doch wäre es höchst unerfreulich, den Bedarf in hohem Masse nicht mehr decken zu können. Darunter hätten viele Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf zu leiden. Schon heute besteht ein gravierender Mangel an Sonderschulplätzen. Nach Loretini ist es auch wichtig, das Fachpersonal nicht zu überfordern. Um das nötige Personal weiterhin rekrutieren zu können, darf der heutige Ruf als attraktive Arbeitgeberin nicht tangiert werden. Der GHG-Präsident ist das Kämpfen um ausreichende Finanzierung namentlich durch die Kantone seit
vielen Jahren gewohnt, weshalb er zuversichtlich ist, mit Überzeugungsarbeit seine Ziele zu erreichen. Noch kann die GHG mit einem guten Abschluss 2025 als finanziell gesund gelten. Das Fundraising gilt es zu intensivieren, um über die Mindestangebote hinaus gewünschte Leistungen erbringen zu können. Die Finanzierung der einzelnen
Betriebe muss weiterhin prinzipiell kostendeckend sein. Es erfolgt keine Gewinnabschöpfung und es wird auch viel ehrenamtlich mitgewirkt, sodass die GHG für die Allgemeinheit sehr kostengünstig arbeitet.
Bauliche Zukunftspläne
Die Zukunftsprojekte werden nach Ramon Beerli, Vorsitzender der Geschäftsleitung ad interim, zügig weiterentwickelt. Im Areal Riederenholz wird das Kinderheim in Form von Wohngruppen-Häusern neu
gebaut und durch einen Neubau für die CP-Schule ergänzt, sodass die Schulanlage Birnbäumen für
die Heilpädagogische Schule (HPS) saniert werden kann. Diese ist heute auf sieben Standorte verteilt.
Noch dieses Jahr soll das Baugesuch eingereicht werden. Auf gutem Weg ist auch die Erneuerung
und Erweiterung der GHG Sonnenhalde Tandem an der Sonnenhaldenstrasse 59a in St. Gallen. Eine Arealentwicklung ist ebenfalls im GHG Tempelacker mit Kleinkinder-Wohngruppe und Kindertagesstätte (Kita) in Angriff genommen worden. Eine Machbarkeitsstudie schlägt einen Neubau an der Schwanenstrasse und den Abbruch des Zwischenbaus vor. Vorgesehen ist auch die Schaffung von Sonderschulplätzen in Wittenbach. Beerli
möchte neben der baulichen Entwicklung überdies in naher Zukunft die Öffentlichkeitsarbeit stärken und die Supportprozesse optimieren.
Von Franz Welte
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