Mehr Nähe zu den Unternehmen
Die Stadt St. Gallen will den Austausch mit ansässigen Unternehmen verstärken und deren Anliegen frühzeitig erkennen.
Der Leiter der städtischen Standortförderung: Samuel Zuberbühler. Bild: Archiv
Die Stadt St. Gallen will den Austausch mit ansässigen Unternehmen verstärken und deren Anliegen frühzeitig erkennen.
Standortförderung Die Standortförderung der Stadt St. Gallen will den Kontakt zu den ansässigen Unternehmen weiter ausbauen. Im Zentrum stehen bessere Rahmenbedingungen und konkrete Unterstützung bei Anliegen der Firmen. «Es geht nicht um direkte Einflussnahme auf unternehmerische Entscheide», betont der städtische Leiter
der Standortförderung Samuel Zuberbühler.
Rasches Reagieren ermöglichen
Um rasch auf Unternehmensgründungen oder -zuzüge reagieren zu können, ist zusammen mit dem
Institut für Jungunternehmen ein Tool «Unternehmensentwicklung» geschaffen worden. Es handelt sich um Ergänzungen zu Handelsregistereinträgen, die der Stadt die Kontaktaufnahme erleichtern und künftig ein digitales Abbild der Unternehmenslandschaft ermöglichen. In diesem Jahr sind bis 10. August in St. Gallen 341 Firmen gegründet worden. Es kam zu 102 Zuzügen, 105 Wegzügen und 268 Löschungen. Die neu gegründeten und zugezogenen Firmen erhalten per Brief eine Willkommensbegrüssung. Bei den 411 versandten Briefen wurde 125-mal der QR-Code benutzt.
Regelmässige Besuche
Der Kontakt zu den Firmen wird auch durch Besuche intensiviert. Einmal pro Monat besuchen Stadtpräsidentin Maria Pappa und Samuel Zuberbühler eine Firma, zweimal im Jahr der Gesamtstadtrat. Anlass bilden etwa Entwicklungsabsichten, die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort oder ein Firmenjubiläum. Die Besuche zeigen, dass die Firmen grundsätzlich sehr zufrieden sind, aber auch individuelle Herausforderungen im Zusammenhang mit der Stadt ansprechen.
In manchen Fällen kann die Stadt interne Unterstützung anbieten, etwa bei der Abklärung von Informationen oder der Vernetzung innerhalb der Verwaltung. Bei räumlichen Entwicklungsabsichten besteht zudem ein Vermittlungsangebot von Büro- und Gewerbeflächen. Den Fachkräftemangel kann die Standortförderung nicht direkt lindern, versucht aber, die Vorzüge der Stadt und Region aufzuzeigen. Für Zuberbühler ist dabei ein gutes Standortbewusstsein wichtig, wozu auch der jährliche Neuzuzügeranlass mit rund 500 Personen dient. Dieses Jahr fand zudem der erste Willkommensanlass für Firmen statt.
Für die Unternehmen sind eine gute Erreichbarkeit, erstklassige Ausbildungsstätten und eine pragmatisch, serviceorientiert und lösungsfokussiert arbeitende Verwaltung wichtig. Auch ein positives Standortimage ist entscheidend, um im Wettbewerb um Talente bestehen zu können.
Vernetzungsstrategie
Intensiv fortgesetzt wird eine konsequente Cluster- und Vernetzungsstrategie. Das Netzwerk «St. Gallen Health» vereint rund 50 Betriebe und Institutionen aus Bildung, Gesundheitsversorgung, Forschung, Start-ups und etablierten Unternehmen. Vorgesehen ist die Ausweitung auf die kantonale Ebene. Dafür arbeiten Stadt, Kanton und Switzerland Innovationspark Ost mit einem externen Büro zusammen. Ein weiteres unterstütztes Ostschweizer Netzwerk ist «it rockt!» mit über hundert Mitgliedsunternehmen. Neu im Aufbau ist der Cluster «Design St. Gallen» für die Kreativwirtschaft, der nach den erfolgreich durchgeführten «Design Week St. Gallen» ausgebaut werden soll.
Weiterhin Image verbessern
Neben den vertieften Kontakten zu den Firmen bleibt für Zuberbühler die positive Ausstrahlung des Standortes wichtig. Die Attraktivität soll bei Unternehmen, Fachkräften, Investoren und der Bevölkerung wahrgenommen werden. Dazu dient auch die Aktion «Sankt», die auf viel Resonanz stösst. Aufzuzeigen sind kurze Wege, ein grosses kulturelles Angebot und hohe Lebensqualität in Kombination mit erstklassigen Bildungsangeboten, Karrieremöglichkeiten und bezahlbarem Wohnraum.
Von Franz Welte
Lade Fotos..