Freie Fahrt fürs Velo: Gossau eröffnet seine erste Velostrasse
Am Dienstag hat Gossau seine erste Velostrasse eingeweiht. Das Projekt soll den Veloverkehr sicherer machen.
Stadtrat Florian Scherrer und Stadtpräsident Wolfgang Giella (rechts) machten die offizielle Eröffnungsfahrt auf der neuen Velostrasse. an
Am Dienstag hat Gossau seine erste Velostrasse eingeweiht. Das Projekt soll den Veloverkehr sicherer machen.
Gossau hat mit der ersten Velostrasse in der Stadt einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger Mobilität gemacht. Auf einer Länge von 1,6 Kilometern zwischen der Bischofszeller- und der Andwilerstrasse gehört die Strecke nun prioritär den Velofahrenden – mit durchgehendem Vortritt.
Zur Eröffnung vor dem Altersheim Via Tertia begrüsste Stadtrat Florin Schärer die Anwesenden und sprach von einem «freudigen Tag» für die Stadt. Die neue Velostrasse sei ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Veloverkehr in Gossau gezielt gefördert werde.
Velostrassen, oft auch als «Velo-Autobahnen» bezeichnet, sind speziell gestaltete Verkehrsachsen, auf denen das Velo den Ton angibt. In Gossau wird dies unter anderem durch auffällige grüne Markierungen an Kreuzungen und Knotenpunkten verdeutlicht. Sie signalisieren klar: Hier haben Velofahrende Vortritt. Einmündende Strassen sind entsprechend mit sogenannten «Haifischzähnen» markiert.
Auch die bestehende Tempo-30-Zone wurde leicht verlängert, um die Sicherheit entlang der gesamten Strecke zu gewährleisten. «Die Velofahrenden sollen hier schnell, aber auch sicher unterwegs sein können», betonte Schärer. Genau diese Kombination sei entscheidend, damit das Velo im Alltag an Attraktivität gewinnt.
Erste Velozählstelle
Neben der Signalisation bietet die neue Velostrasse auch praktische Neuerungen: Eine bereits bestehende Velozählstelle wurde mit einer digitalen Anzeige ergänzt, die die Anzahl vorbeifahrender Velos sichtbar macht. Laut Stadt handelt es sich dabei um die erste Anlage dieser Art im Kanton St. Gallen. Zudem wurde entlang der Route eine öffentliche Velopumpe installiert – ein Angebot, das besonders im Alltagsverkehr geschätzt werden dürfte.
Die Haldenstrasse, auf der ein grosser Teil der Velostrasse verläuft, war bereits zuvor eine wichtige Verbindung für den Veloverkehr. Als verkehrsberuhigte Parallelachse zur stark frequentierten St. Gallerstrasse bot sie sich für den Ausbau an. «Diese Route hat schon lange eine zentrale Bedeutung – nun wird sie gezielt gestärkt», sagte Schärer. Leichte Bedenken äusserte dazu Michael Bosshard, Leiter von La Vita Gossau: «Ich hoffe, dass die Velofahrer mit moderatem Tempo unterwegs sind, wenn unsere betagten Bewohnerinnen und Bewohner die Strasse überqueren». Aber grundsätzlich begrüsst auch er die neue Velostrasse.
Förderung Veloverkehr
Das Projekt ist Teil des städtischen Gesamtverkehrskonzepts, das vom Parlament Anfang Mai verabschiedet wurde. Darin ist die Förderung des Veloverkehrs eine zentrale Massnahme. Die Idee dahinter ist einfach: Wer zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs ist, trägt dazu bei, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren.
Der Weg bis zur Umsetzung war jedoch nicht ganz reibungslos. Nachdem das Projekt im Mai 2023 öffentlich aufgelegt worden war, gingen Einsprachen ein. Erst im September 2025 wurde die Velostrasse rechtskräftig. Die Bau- und Markierungsarbeiten konnten schliesslich im Frühjahr dieses Jahres weitgehend abgeschlossen werden.
Moderate Kosten
Mit Kosten von rund 240'000 Franken fiel das Projekt vergleichsweise moderat aus – auch weil nur wenige bauliche Anpassungen nötig waren. Zudem profitiert Gossau von Beiträgen von Bund und Kanton, da es sich um ein Agglomerationsprojekt handelt.
Zum Abschluss weihten die Vertreter der Stadt, angeführt von Stadtpräsident Wolfgang Giella, gemeinsam mit Verkehrsplanerin Bettina Anderau-Latzer und Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler, die neue Velostrasse im Rahmen einer Eröffnungsfahrt offiziell ein.
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