«Das Miteinander ist zentral»
Im Juni findet an zwei Wochenenden das Appenzeller Kantonalturnfest in Herisau statt. Das OK ist noch in den letzten Vorbereitungen.
Im Juni findet an zwei Wochenenden das Appenzeller Kantonalturnfest in Herisau statt. Das OK ist noch in den letzten Vorbereitungen.
Kantonalturnfest Wo Reck, Ring, Wettkämpfe und Festzelt locken, wird Herisau zum Zentrum der Turnwelt – die letzten Vorbereitungen für das Appenzeller Kantonalturnfest in Herisau laufen auf Hochtouren. «Vor fast drei Jahren haben wir mit den ersten Vorbereitungen begonnen. natürlich war das kein Senkrechtstart, wir begannen damit, Leute für das Organisationskomitee zu suchen», sagt Silvan Buff, der im Führungsausschuss und in der Wettkampfleitung des OKs ist. Man habe damals wohl schon gewusst, welche Vision man für das Fest verfolge, die Details kamen dann in den vergangenen drei Jahren zustande. «Wir wollten das Turnfest möglichst nachhaltig mit kurzen Wegen gestalten. Heute sind wir zufrieden, wie es sich entwickelt hat», so Buff.
In der Planung sei man dabei natürlich auch auf Hinderdnisse und Probleme gestossen – diese konnten mittlerweile alle gelöst werden. «Was wir angetroffen haben, waren infrastrukturelle Einschränkungen, da wir zeitgleich mit dem Kinderfest Herisau den selben Platz nutzen werden», sagt Buff. Das war deshalb etwas komplizierter, da das Kinderfest aufgrund der Wetterentscheidung noch kein fixes Datum hat. «Deshalb mussten wir dabei flexibel sein und mit der Kinderfestkommission und der Gemeinde Kompromisse finden», sagt Buff. Personell habe sich auch im Organisationskomitee das eine oder andere verändert. «Innert drei Jahren können sich die Prioritäten natürlich ändern. Deshalb mussten wir den einen oder anderen Personalwechsel vornehmen. Das hat aber gut funktioniert», meint Buff.
Der kantonale Turnverband, in diesen Fall der Appenzellische, vergibt jeweils das Mandat für die Organisation des Kantonalturnfestes. «Im Appenzellerland kann aufgrund von Platzverhältnissen nicht in jeder Gemeinde ein Turnfest auf die Beine gestellt werden. Daher besteht bei uns ein Turnus zwischen Herisau, Teufen und Appenzell», sagt Buff. Zuletzt fand das Kantonalturnfest 2008 in Herisau statt. «Der Appenzellische Turnverband geht dann jeweils auf die Vereine zu – für dieses Jahr auf die Hinterländer. Unter dem Strich können wir sagen, dass wir das Fest nun mit sieben Gemeinden und neun Vereinen organisieren», so Buff. Bevor die mehreren Tausend Teilnehmenden auf dem Ebnet und im Sportzentrum zeigen können, was sie leisten können, muss der Aufbau gut über die Bühne gehen. «Diese Woche beginnen wir bereits mit dem Aufbau der Infrastruktur sowie der finalen Vorbereitung der Signaletik», sagt Buff. Ansonsten würde man noch kleinere Herausforderungen meistern und auf die Bedürfnisse der Vereine eingehen. «Nun heisst es, aus dem Planerischen ins Operative zu wechseln. Wenn kurz vor oder während des Turnfests noch dringende Dinge auftauchen, gilt es, schnell zu reagieren», sagt Buff. Für den Aufbau und Abbau sind täglich rund 40 Helfende im Einsatz. «Diese stammen aus den diversen Trägervereinen und wir werden tatkräftig vom Zivilschutz unterstützt. An Helfenden mangelt es bei Auf- und Abbau nicht. So einige haben diese Präferenz, damit sie das Turnfest dann voll und ganz geniessen können» sagt Buff und lacht. Es gilt, dass an den Turnfestwochenenden vom 13. und 14. Juni sowie vom 19. bis 21. Juni alles reibungslos funktioniert: Wettkämpfe, Unterkünfte, Verpflegung, Sanität und Sicherheit müssen gleichzeitig koordiniert werden. «Das lösen wir, indem wir mit verschiedenen Ressorts arbeiten und in jedem einzelnen eine verantwortliche Person pro Schicht haben, die alles im Blick hat», sagt Buff. Auch gibt es Unterressorts. «Bald sehen wir, wie die Koordination mit der breiten Masse und allen Aufgaben funktionieren wird. Wir haben zwar einige, die bereits Erfahrung aus der Eventorganisation mitbringen – nicht aber von einem Event in dieser Grössenordnung. Für viele ist es ein Sprung ins kalte Wasser», sagt Buff.
Das Appenzeller Kantonalturnfest findet an zwei Wochenenden statt. Am ersten werden rund 1500 Teilnehmende zu den Einzelwettkämpfen erwartet. Am zweiten Wochenende sollen 6250 Teilnehmende nach Herisau strömen, um an den Gruppenwettbewerben teilzunehmen. «Wir hoffen natürlich auch auf etwa so viele Besucherinnen und Besucher», meint Buff. Es seien einige Highlights zu erwarten, das hänge natürlich davon ab, welche Interessen die Gäste hätten. «Wir haben sehr gute teilnehmende Vereine und Einzelturnende. Eines der Highlights dürften die Geräteturnerinnen und -turner sein. «Auch die Schlussfeier am Sonntagvormittag wird umrahmt von drei schönen Gruppen-Sektionen in Aerobic und Vereinsgeräteturnen», sagt Buff.
Doch nicht nur der Wettkampfgedanke steht im Mittelpunkt, sondern auch das Miteinander. «Die Werte werden in der Turnerfamilie sehr stark gelebt. Gerade das Gemeinsame ist weit verbreitet und wird entsprechend umgesetzt – und das durch alle Generationen», sagt Buff. Die älteren Generationen hätten das Jahrzehntelang vorgelebt. «Es ist sehr schön und ist auch dem OK ein ein grosses Anliegen, ein friedliches Turnfest zu erleben. Unsere Helfenden und Sicherheitsleute sind angehalten, Augen und Ohren offenzuhalten, sollte etwas unsere Werte stören oder nicht gut laufen», betont Buff. Für ihn ist die Turnfestkultur etwas ganz Spezielles. «Die Vielseitigkeit, die wir stets erleben, ist wertvoll. Es ist ein Breitensportanlass und es hat Platz für viele Sportarten und alle Altersklassen», meint Buff. So finde man von Fünfjährigen bis hin zu den Senioren alle Altersgruppen.
«Nebst all den diversen Sportarten haben wir mit dem Plusport auch die Inklusion dabei, die für uns wichtig ist», sagt Buff. Es sei ein Platz für alle. Silvan Buff ist seit seiner Kindheit Teil der Turnerfamilie und geniesst die Kantonalturnfeste immer sehr. «Ist man mit seinem Wettkampf durch, kann man andere unterstützen und anfeuern. Und natürlich irgendwann den Tag beim Anstossen ausklingen lassen.» Er freut sich nun erst mal darauf, dass es endlich losgeht und die Leute den Platz füllen werden. «Dann merkt man: jetzt gilt's und wir kommen vom agieren ins reagieren. Ich bin sehr gespannt und freue mich. Sicher wird nach der dreijährigen Planung auch der Moment am Sonntagvormittag schön sein. Dann, wenn ich verkünden darf, dass das Turnfest geschlossen ist», sagt Buff und lacht. Die Hauptsache sei, dass alle eine gute Zeit hätten und alles ohne Zwischenfälle und Unfälle vonstatten gehe.
Stefanie Rohner
Alle Infos: www.aktf2026.ch
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