Fabian Rütsche
wurde kürzlich mit dem St.Galler Comedy Award ausgezeichnet.
Die Situation des amtsärztlichen Dienstes ist im Kanton St.Gallen seit Jahren angespannt, erklärt die Regierung in Beantwortung einer Interpellation im Kantonsrat. Insbesondere sei eine nachhaltige Attraktivitätssteigerung der anspruchsvollen Tätigkeit erforderlich.
Gesundheitspolizei Zum Arbeitsfeld des amtsärztlichen Dienstes gehören hauptsächlich die Beurteilung fürsorgerischer Unterbringungen sowie die Durchführung von Legalinspektionen bei aussergewöhnlichen Todesfällen (Leichenschau). Die Belastungen durch 24-Stunden-Dienste, die zeitliche und örtliche Unplanbarkeit der Einsätze sowie die anspruchsvollen und mitunter konfliktbehafteten Situationen stellen hohe Anforderungen an die Ausübenden dieser Tätigkeit. Hinzu kommt, dass in einzelnen Regionen heute eine ausreichende Abdeckung nicht mehr gewährleistet werden kann und die verbliebenen Amtsärztinnen und Amtsärzte dadurch zusätzlich belastet werden. Es ist äusserst schwierig geworden, die Nachfolge bei Pensionierungen zu regeln.
Die Regierung beteuert, mehrere Massnahmen vorzusehen, um den amtsärztlichen Dienst zu entlasten. Eine wichtige Entlastungsmöglichkeit sieht sie in der stärkeren Einbindung der regionalen ärztlichen Notfalldienste oder der niedergelassenen Psychiaterinnen und Psychiater. Dadurch könnten akute Belastungsspitzen reduziert und die Versorgung vor Ort besser koordiniert werden. Zudem wäre eine Erhöhung der Entschädigung eine wesentliche Option. Höhere Honorare würden den Pikettdienst attraktiver machen. Indessen wurde im Rahmen der Budgetberatung der Antrag der Regierung, den Taggeldansatz anzuheben, vom Kantonsrat abgelehnt, was zumindest zu einer Verzögerung bei der Umsetzung der vorgesehenen Massnahmen führen wird.
Bis eine langfristige Lösung umgesetzt werden kann, will die Regierung auf gezielte Entlastungsmassnahmen setzen. So übernimmt das Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St.Gallen in den Regionen St.Gallen, Rorschach und Rheintal Legalinspektionen. Nicht rütteln möchte die Regierung an der regionalen Einteilung der Amtsärztinnen und Amtsärzte. Durch klar abgegrenzte Regionen ist jederzeit ersichtlich, wer für welchen Einsatz verantwortlich ist. Die Aus- und Weiterbildung ist bereits heute gewährleistet. Zudem steht ein umfassendes Handbuch zur Verfügung, das als Nachschlagewerk für die tägliche Praxis dient.
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