Die Fläche auf den Containern beim ehemaligen Schülerhaus kann als Pausenplatz genutzt werden.
06.07.2023 10:00
Das Raumproblem beheben
Die beiden GHG-Sonderschulen platzen aus allen Nähten
Die beiden GHG-Sonderschulen, die Heilpädagogische Schule St.Gallen (PHS) und die CP-Schule, belegen insgesamt neun Standorte in der Stadt. Nun kann auf der ausgedehnten Liegenschaft des Kinderheims «Riederenholz», das die GHG von der Stadt übernehmen wird, im Baurecht ein neues Schulhaus mit 80 Plätzen erstellt werden.
Sonderschulung GHG-Präsident Heinz Loretini und GHG-Geschäftsleiter Patrik Müller zeigen sich erleichtert. Es wird wieder eine räumliche Konzentration möglich, die vieles erleichtere. Neben dem notwendigen Neubau für das Kinderheim, das auch die Vorschul-Heimkinder des Tempelackers aufnehmen wird, ist ein Schulgebäude geplant. Noch muss aber für einige Schuljahre mit den Dependancen gearbeitet werden, was grosse Umtriebe und Zusatzkosten für Taxifahrten, Essenszulieferungen und Kommunikation auslöst. Doch die GHG ist bestrebt, möglichst alle Neuanmeldungen zu berücksichtigen. Denn die beiden Sonderschulen bieten im jetzigen Bildungssystem des Kantons St.Gallen die einzigen Beschulungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen in Kleinklassen mit sechs bis acht Lernenden an.
Zunahme der Schülerzahl
Weshalb aber ist die Zahl der Kinder, die eine Sonderschule benötigen, so stark angewachsen? Müller und die beiden Schulleiter Andreas Prinzing (HPS) und Petra Mantz (CP), welche als Leiterin des Bereichs Sonderschulen auch der GHG-Geschäftsleitung angehört, führen die Zunahme auf mehrere Faktoren zurück, ohne aber eine abschliessende Begründung vornehmen zu können. Wesentlich sei sicher, dass das Schulsystem geändert wurde und in der Regelschule kaum mehr Kleinklassen geführt werden, sodass sich der Schulpsychologische Dienst veranlasst sehe, vermehrt eine Sonderschulung festzulegen. Zusätzliche Unterstützung in der Regelschule sei wegen der Personalknappheit kaum möglich. Die Zahl der Kinder mit Autismus ist angewachsen. Dazu kommt die Tatsache, dass rund die Hälfte der eingewiesenen Kinder bei der HPS einen Migrationshintergrund haben, wodurch sich eine zusätzliche Unterstützung durch den Abbau von Sprachbarrieren als notwendig erweist. Aufgrund dieser Entwicklung wird ab dem kommenden Schuljahr erstmals zusätzlich Deutsch unterrichtet.
Fachlehrkräfte-Rekrutierung bisher kein Problem
Kein unlösbares Problem stellt für die GHG die Anstellung der erforderlichen Fachlehrkräfte dar, obwohl auch in diesem Bereich ein Mangel besteht. Doch bei den GHG blieb es bei den üblichen Fluktuationen. Müller führt dies namentlich auf die gute Reputation der beiden GHG-Sonderschulen und auf das gute Arbeitsklima zurück. Da es aber auch schon zu Abwerbungen mit weit höheren Löhnen gekommen sei, könnte die Rekrutierung künftig zu einer stärkeren Herausforderung werden.
Gegenwärtig werden zusätzlich zu den Schulhäusern Klassen in Containern, wie beim ehemaligen Schülerhaus an der Molkenstrasse 1, und in zugemieteten Wohnungen unterrichtet. Gesamthaft ist die Zahl der Schulkinder seit dem Schuljahr 21/22 auf das kommende Schuljahr 23/24 bei der HPS von 155 Kinder auf 190 Kinder und bei der CP-Schule von 69 auf 76 angewachsen. Das Raumproblem stellt sich auch deshalb verschärft dar, weil nicht nur zusätzliche Unterrichtsräume geschaffen werden müssen, sondern auch Therapie-, Ess- und Ruheräume. Es müssen daher auch auf das kommende Schuljahr hin wiederum neue Provisorien eingerichtet werden. Aufgrund der vorhandenen Infrastruktur- und Betriebsfonds stellt die zusätzliche Raumbeanspruchung kein Finanzproblem dar. Mit den Abgeltungen können die beiden Schulen selbsttragend geführt werden. Aufgrund der gemeinnützigen GHG-Ausrichtung werden keine Gewinne angepeilt.
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